An einem Orthier und dort, andem ich gern zu Hause wär. Plätze
an denen ich war, doch meine Augen blieben leer.
Leute die ich traf, waren wichtig irgendwann doch sie
missbrauchten
meine Zeit, die ich nicht zurückholen kann.

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Meine Mutter

Es brennt die Kerze auf meinem Tisch
Für meine Mutter die ganze Nacht-
Für meine Mutter...

Mein Herz brennt unter dem Schulterblatt
Die ganze Nacht
Für meine Mutter...
Else Lasker-Schüler

Spruch des Konfuzius

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetz entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.
Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
Kann die stehende bewegen.
Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die bleibende zum Feind.
Friedrich Schiller



Alter Baum im Sonnenaufgang

Frühnebel steigt aus einsam altem Baum.
Es lichten sich die weiten Astwerkräume,
Die purpurbraunen,rostbespritzten Blätter,
Die nur der Frost noch festhält.Shwarz von Osten
Aufwogt Gebirg. Aus hoher Gipfelzacke
Strömt weißer Brand und saugt in großen Zügen
Den Dunst nach oben,schräge Strahlen lagern
Herab,leis knisternd fallen Blätter-
Und stärker schüttert Licht. Es klingt, braust,-schaudernd
Erwacht der dunkle Baumgeist;in die Sonne
Reckt er sich tausendzweigig,nieder
Wirft er die breite purpurne Belaubung,
Und Himmel,Himmel füllt das nackte Holz.
Hans Carossa

Wiegenlied

Singet leise,leise,leise,
Singt ein flüsternd Wiegenlied,
Von dem Monde lernt die Weise,
Der so still am Himmel zieht.

Singt ein Lied so süß gelinde,
Wie die Quellen auf den Kieseln,
Wie die Bienen um die Linde
Summen,murmeln,flüstern,rieseln.
Clemens Brentano

Der Abend

Schweigt der Menschen laute Lust:
Rauscht die Erde wie in Träumen
Wunderbar mit allen Bäumen,
Was dem Herzen kaum bewusst,
Alte Zeiten linde Trauer,
Und es schweifen leise Schauer
Wetterleuchtend durch die Brust.
Joseph von Eichendorff

Haiku

Groß und hell der Mond,
Ich ging und ging,aber
der Himmel blieb fern.
Chiyo-ni

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun,da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich,keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Vin allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
Hermann Hesse


Auszüge

Meine Augen waren nicht lee. Sie waren beschämend voll von Tränen. Ich vergrub mein gesicht in der Matratze und versuchte die Tränen zu unterdrücken. Doch trotz aller Willenskraft konnte ich nichts daran ändern, dass meine Schultern zuckten und mein Atem in rauen Schluchzern kam. Nach einigen Augenblicken spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, und Lord Otori sagte leise: >>Der Tod kommt plötzlich, und das Leben ist zerbrechlich und kurz. Niemand kann das ändern, werder durch Gebete noch durch Zaubersprüche. Kinder weinen deshalb, aber Männer und Frauen weinen nicht. Sie müssen es ertragen.<<
Seine Stimme brach beim letzten Wort. Lord Otori war ebenso traurig wie ich. Sein Gesicht war angespannt, doch die Tränen liefen ihm immer noch aus den Augen. Ich wusste, um wen ich weinte, doch ich wagte es nicht, ihn zu befragen.

Im letzten Licht deutete Lord Otori auf den hinteren Teil des Gartens. Der Bach fiel in Kaskaden herab und floss unter einer niedrigen Öffnung in der ziegelgedeckten Mauer in den Fluss darunter. Der Fluss gab ein tiefes, dauerndes Rauschen von sich und seine graugrünen Wasser füllten die Öffnung wie ein bemalter Schirm.
>>Es ist gut, nach Hause zu kommen<<, sagte Lord Otori leise.>>Aber wie der Fluss immer vor der Tür ist, so ist die Welt immer draußen. Und in der Welt müssen wir leben.<<


Kaede spähte durch die Gitter. Die Reitergruppe näherte sich im Trab. Die meisten Männer trugen Helme und Rüstung, aber auf einer Seite ritt ein barhäuptiger Junge, der nicht viel älter war als sie. Kaede sah sie Kurve seiner Wangenknochen, den seidigen Glanz seines Haars.
>>Ist das Lord Shigeru?<<
>>Nein.<< Shizuka lachte. >>Lord Shigeru reitet voraus. Der junge Mann ist sein Schützling, Lord Takeo.<<
Sie betonte das Wort Lord auf eine ironische Art, an die Kaede sich später erinnern würde, doch im Augenblick bemerkte sie es kaum, denn der Junge wandte den Kopf und schaute sie an, als habe er seinen Namen gehört.
Seine Augen verrieten ein tiefgründiges Gemüt, sein Mund war empfindsam und in seinen Zügen sah sie Energie und Trauer. Das weckte etwas in ihr, eine Art Neugier, mit Sehnsucht vermischt, ein Gefühl, das sie nicht kannte.


... Sie würde keinen heiraten außer Takeo. Und dann lachte sie über ihre eigene Dummheit. Als ob jemand aus Liebe heiraten würde! Das ist eine Katastrophe, dachte sie in einem Augenblick, und im nächsten: Wie kann dieses Gefühl eine Katastrophe sein?


Shizuka band Kaedes Haar zurück. >>Jetzt sollten Sie es gegen Takeo versuchen.<<
>>Nein<<, sagte ich sofort. >>Ich muss jetzt gehen. Mich um die Pferde kümmern. Und sehen, ob Lord Otori mich braucht.<<
Kaede stand auf. Ich bemerkte, dass sie leicht zitterte, und besonders bemerkte ich ihren Duft, Blumenaroma, vermischt mit ihrem Schweiß.
>>Nur ein Kampf<<, sagte Kenji.>>Das kann nicht schaden.<<
Shizuka wollte Kaede die Maske anlegen, doch Kaede winkte ab. >>Wenn ich gegen Männer kämpfen soll, dann ohne Maske.<<
Zögernd nahm ich die Stange. Der Regen strömte noch heftiger herunter. Im Raum war es dämmrig, das Licht grünlich. Wir schienen in einer Welt innerhalb einer Welt zu sein, isoliert von der wirklichen, verzaubert.
Es begann wie ein normales Übungsgefecht; wir versuchten beide, den anderen zu verunsichern, doch ich hatte Angst, ihr Gesicht zu treffen, und ihr Blick lag immer auf meinen. Wir waren beide zaghaft, wir ließen uns auf etwas äußerst Fremdartiges ein, dessen Regeln wir nicht kannten. Dann, an einem Punkt, den ich kaum bemerkte, wurde aus dem Kampf eine Art Tanz. Schritt , Schlag, Abwehr, Schritt. Kaedes Atem kam stärker, meiner war sein Echo, bis wir beide gemeinsam atmeten, ihre Augen wurden strahlender, ihr Gesicht leuchtete, jeder Schlag wurde stärker und der Rythmus unserer Schritte heftiger. Eine Zeit lang dominierte ich, dann sie, doch keiner von uns bekam die Oberhand. Wollte das einer von uns?
Schließlich durchbrach ich fast aus Versehen ihre Abwehr und ließ, um nicht ihr Gesicht zu treffen, die Stange fallen. Sofort senkte Kaede ihre Stange und sagte:>>Ich ergebe mich.<<
>>Das war gut<<, sagte Shizuka, >>aber ich finde, Takeo hätte sich einbisschen mehr anstrengen können.<<
ich stand da und starrte Kaed mit offenem Mund an wie ein Idiot. Ich dachte: Wenn ich sie jetzt nicht in die Arme nehmen kann, sterbe ich.


Der Wind rauschte in den uralten Zedern. Die Nachtinsekten sangen ihr beharrliches Lied. So würde es immer sein, Sommer um Sommer, Winter um Winter, wenn der Mond im Westen sank und die Nacht den Sternen zurückgab, die in einer Stunde oder deren zwei der strahlenden Sonne weichen würden.
Die Sonne würde über die Berge ziehen und die Schatten der Zedern verlängern, bis sie wieder unter den Rand der Hügel sank. So war der Lauf der Welt, und die Menschheit lebte darin, so gut sie konnte, zwischen Dunkel und Licht.

Aus Clan der Otori Bn. 1 von Lian Hearn



>>Ich kann Fujiwara nicht heiraten<<, rief Kaede. >>Er weiß am besten, dass ich niemanden heiraten kann als Takeo. Allen anderen Männern bringe ich den Tod. Aber ich bin Takeos Leben und er ist das meine.<<
So geht es in der Welt nicht zu<<, sagte Shizuka. >>Denken sie daran, was Lady Maruyama Ihnen gesagt hat, wie leicht dieses Kriegsherren und Soldaten eine Frau vernichten, von der sie glauben, sie zweifle an der Macht der Männer. Fujiwara rechnet damit, Sie zu heiraten: Er muss sich mit Arai bereits beraten haben. Diese Verbindung kann Arai nur gutheißen. Abgesehen davon hat Takeo den gesamten Stamm gegen sich; er kann nicht überleben. (...).<<
>>Kann Arai die Ankunft des Frühlings verhindern?<<, entgegnete Kaede. >>Kann er dem Schnee befehlen, nicht zu tauen?<<
>>Alle Männer glauben gern, dass sie das können. Frauen setzen sich durch, indem sie diesen Glauben unterstützen, nicht bekämpfen.<<
>>Lord Arai wird etwas anderes erfahren<<, sagte Kaede leise. >>Mach dich fertig. In einer Stunde musst du mit Kondo weg sein.<<
Sie wandte sich ab. Ihr Herz schlug wild, die Erregung stieg von ihrem magen in die Brust und weiter in die Kehle. Sie konnte an nichts anderes denken als an die Verbindung mit ihm. Sein Anblick, seine Nähe weckten wieder das Fieber in ihr.

Aus Clan der Otori Bn. 2 von lian Hearn


>Zieh am besten die Jacke an, die eigentlich zu leicht ist für dieses Wetter<, riet er mir.>Dein Mantel ist ja immer noch in ziemlich miserablem Zustand.<
Ich hatte ihn kalt mit der Waschmaschine gewaschen, aber wohl doch nicht gut genug geprüft, ob auch wirklich alles rausgegangen war. Das hatte Eric also getan, nach meinem Mantel gesucht. Und ihn auf der hinteren Veranda aufgehängt gefunden. Und ihn untersucht.
>>Also eigentlich<<, sagte Eric, als er zur Vordertür ging, >>würde ich ihn wegwerfen. Oder besser verbrennen.<<
Und damit ging er und zog die Tür sehr leise hinter sich zu.
Ich war sicher, so sicher, wie ich meinen Namen kannte, dass er mir morgen einen neuen Mantel schicken würde, in einer großen extravaganten Schachtel, mit einer großen Schleife darum. Er würde die richtige Größe haben, er würde von einer Topmarke stammen, und er würde warm sein.


Er war preiselbeerrot, mit ausknöpfbarem innenfutter, abnehmbarer Kapuze und Schildpattknöpfen.

Ende von „Der Vampir, der mich liebte“ von Charlaine Harris


Auch andere, in den entferntesten Dörfern,
blicken ohne Zweifel zu diesem Mond,
der niemals fragt, welcher Betrachter
die Nacht gerade sein Eign nennt...
Laut, im unsichtbaren Wind des Berges,
schallt der Ruf eines Hirschs und lässt das Herz erbeben
und irgendwo von einem Zwei
fällt ein einsames Blatt zu Boden
Das Schlagholz (>>Kinuta<<) von Zeami

In Nächten,
wenn, vom Wind getrieben,
Regen fällt,
In Nächten,
wenn der Schnee,
vermischt mit Regen, fällt
Yamanoue no Okura: Ein Dialog über Armut



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